DER CHINESISCHE BÄR
Der grüne Abgeordnete F. wollte den Energieverbrauch eines Poulets aus China von der Aufzucht in der Fabrik bis auf unseren Teller erklären. Die Leute hörten ihm aber nicht zu und sprachen aufgeregt durcheinander. Auf dem Nachhauseweg ging die Lehrerin R. ein Stück Weg mit ihm und erklärte, er sei gestern in einem Auto gesehen worden, und deshalb dächten viele, vor allem Autofahrende, er habe nicht das Recht, über Energieprobleme und Energiesparen zu reden.
F. besass seit zehn Jahren kein Auto mehr und benützte öffentliche Verkehrsmittel. Am Vortag hatte ihn ein Nachbar, der ohnehin in diese Richtung gefahren war, zum Bahnhof mitgenommen.
Das war vor über zehn Jahren. Heute denkt F., es sei leichter, dasselbe zu erklären, da für jede und jeden der Zusammenhang zwischen dem fossilen Energieverbrauch und den teilweise bereits eingetroffenen Folgen der Klimaveränderung klar ersichtlich sei.
Die Leute fahren immer noch gerne und viel in ihren Autos herum, soweit sie nicht durch Arbeitslosigkeit, Lohn- oder Rentenkürzung auf die lieb gewonnene Kutsche verzichten müssen. Sie wollen ihm immer noch nicht zuhören, wenn er von Energiebilanzen redet. „Den chinesischen Bären wollte er uns schon vor Jahren aufbinden“, meinen sie amüsiert.
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